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Storytelling-App „Jüdisches Worms“

In einem Kooperationsprojekt der Hochschule Worms und des Vereins SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. ist eine Storytelling-App entstanden, um die einzigartigen jüdischen Monumente der SchUM-Gemeinde Worms mobil erkunden zu können.

Die Präsentation der neuen Storytelling-App an der Hochschule Worms brachte alle Beteiligten zusammen, die mit Engagement und Begeisterung an der Umsetzung und Realisierung dieser innovativen Idee beteiligt waren. V. li.: Oberbürgermeister der Stadt Worms Adolf Kessel, stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R. (tbc) Dr. Peter Waldmann, Dekan des Fachbereichs Informatik Prof. Dr. Werner König, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey Ried Dr. Marcus Walden, Professor des Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen Dr. habil Jan Drengner, Dr. Susanne Urban vom SchUm-Städte e. V. und aus dem Fachbereich Informatik die Masterstudenten Minh Son Truong und Tobias Neeb sowie aus dem Fachbereich Touristik/Verkehrswesen die Masterstudentin Katharina Fischer. Foto/Dorothea Hoppe-Dörwald

Ab sofort können Besucher den jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ und die Mikwe in Worms mithilfe spannender digitaler Geschichten erleben.

Eine Idee braucht gute Partner

Am 28. Oktober wurde die App freigeschaltet. Die Idee entstand vor rund zwei Jahren mit der Erarbeitung von drei Geschichten, die im Umfeld des alten jüdischen Friedhofs „Heiliger Sand“ und der Mikwe in Worms spielen und zur Kooperation des Teams der Hochschule Worms aus den Fachbereichen Touristik/Verkehrswesen und Informatik mit dem SchUM e. V. führte. Mit der guten Idee allein ist es nicht getan, wichtig sind die richtigen Partner, Menschen die an die Idee glauben und in diese auch investieren.

Dr. Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und Förderer des Projekts freut sich umso mehr über die Fertigstellung der App: „Die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. Diese Orte mit ihrer Einmaligkeit möchten wir den Menschen in Worms näherbringen und besonders auch junge Menschen damit ansprechen. Deshalb haben wir diese moderne Zugänglichkeit gerne gefördert. Über digitale Apps erleben wir die Monumente ganz anders und neu, dennoch wahren wir die Würde dieses großen kulturellen Erbes.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Worms, Adolf Kessel, hebt hervor: „Die jüdischen Monumente in unserer Stadt sind ein Teil der Bewerbung der SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz. Dank der Stiftung der Sparkasse Worms-Alzey-Ried konnten wir nun eine App erarbeiten, die sich mit dem Friedhof 'Heiliger Sand' und der Mikwe bzw. dem Umfeld der Synagoge befasst. Das ist ein wichtiger erster Schritt, bis zum Entscheid der UNESCO, Touristen und Interessierten etwas an die Hand zu geben. 2021 sollten wir eine gemeinsame App aller drei Städte angehen.“

Dr. Peter Waldmann, stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mainz, unterstreicht: „Die App führt zu einer neuen Erlebbarkeit der Monumente. Es ist wichtig, auch jenseits der Shoah jüdische Kultur und jüdisches Leben zu vermitteln. Die Stories umfassen viele Zeitschichten.“

Kreative Prozesse treffen auf das nötige Know-how

Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. sagt zu der überaus gelungenen Zusammenarbeit: „Wir haben mit der Hochschule Worms einen tollen Partner gefunden. Konstruktiver Austausch führte zu gegenseitigen Lernprozessen. Die Basis einer Storytelling-App sollten die Fakten sein, die wir über die Monumente wissen – und zugleich können die Partner der Hochschule am besten einschätzen, was die Nutzer annehmen. So befanden wir uns in einem kreativen Prozess, der uns alle bereicherte. Wir haben nun eine erste App und schauen, was nach der erhofften Anerkennung der SchUM-Stätten als Weltkulturerbe an Neuem entstehen kann – am besten in allen drei Städten gemeinsam und als verbindendes, gemeinsames Narrativ.“

„Es ist uns eine besondere Freude, diese herausragenden Zeugnisse des jüdischen Lebens in Worms den Besuchern auf emotional berührende Weise zu vermitteln und dabei auch zu sehen, wie die beteiligten Studierenden mit ihrer Kreativität und Leidenschaft dieses Projekt zum Leben erweckten“, ergänzt Prof. Dr. Werner König, Dekan des Fachbereiches Informatik.

Und auf die Frage, warum das Konzept des Storytellings gewählt wurde, erklärt Prof. Dr. Jan Drenger vom Fachbereich Touristik/Verkehrswesen: „Wir haben uns bewusst für einen innovativen Weg der Informationsvermittlung entschieden. Wir wollen den Nutzern somit einen zusätzlichen Mehrwert in Form eines emotionalen Erlebnisses stiften. Als Alternative bieten wir in der App jedoch auch die Möglichkeit, die Attraktionen des jüdischen Worms auf dem klassischen Weg eines digitalen Reiseführers zu erkunden: An mehr als 30 ‚Points of Interest‘ erhalten die Anwender auf dem Friedhof und rund um die Synagoge eine Zusammenfassung der in den Geschichten vermittelten Informationen.“

Ob Wormser oder Touristen, ein neuer Blick auf die einzigartigen jüdischen Räume ist garantiert. Im Netz ist die App nun öffentlich zugänglich und steht im Google Play Store und Apple App Store kostenfrei zur Verfügung.

https://schumstaedte.de/app-zum-juedischen-worms/

https://schumstaedte.de/en/app-jewish-history-in-worms/

Hören Sie auch den Beitrag zur App von Anke Sprenger, SWR2, Journal am Mittag, 5.11.2019

https://schumstaedte.de/media/05.11._swr2_app_fuer_juedisches_worms.mp3