Business Travel im Umbruch zwischen KI, Globalisierung und neuen Partnerschaften

Bildcollage vom Business Travel Day 2026 mit Podiumsgesprächen, Vortrag, Publikum und Austausch im Foyer.

Impressionen des Business Travel Day 2026. Fotos / Ulrike Kratzin

Wer im Business Travel Management arbeitet, muss derzeit mit vielen Unbekannten umgehen. Genau darum ging es beim Business Travel Day, zu dem die Hochschule Worms am 29. Oktober 2026 eingeladen hat. Studierende, Fachleute aus Unternehmen und Vertreterinnen und Vertreter von Travel Management Companies diskutierten einen Tag lang unter dem Motto “Business Travel im Umbruch”. Veranstaltet wurde der Tag vom Institute of Business Travel Studies e.V. und dem Fachbereich Touristik/Verkehrswesen in Zusammenarbeit mit dem VDR - Verband Deutsches Reisemanagement e.V. und fvw Travel Talk.

Der Vizepräsident der Hochschule Worms, Prof. Dr. Hans Rück, betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die praktische Anwendung des Gelernten für alle Seiten ist. Dekan Prof. Dr. Tobias Ehlen erinnerte daran, dass der Business Travel Day vor vier Jahren gestartet ist, um Studierenden das Thema Business Travel näherzubringen. Das Netzwerken sei als zweites Ziel dazugekommen und gerade in Zeiten wie diesen wichtig. Moderator Oliver Graue von fvw Travel Talk gab anschließend einen Überblick über das Programm. Danach stellten sich die Sponsoren Atlatos, BCD Travel, Enterprise Mobility und Lufthansa City Center im Elevator Pitch vor. Mit Zahlen, Daten und Fakten präsentierten sie sich auch als mögliche Arbeitgeber.

Volatilität als neues Normal

Den inhaltlichen Rahmen setzte Jens Schließmann, Hauptgeschäftsführer des VDR. Schwankende Rahmenbedingungen seien kein Ausnahmezustand mehr, sondern das neue Normal. Als größte Bremsfaktoren nannte er begrenzte Budgets und Sparvorgaben, hohe Reise- und Mobilitätskosten sowie geopolitische Unsicherheiten. Er rief dazu auf, Geschäftsreisen nicht allein über die Kosten zu betrachten, denn sie seien eine Investition in die Innovationskraft von Unternehmen. Schließlich würden Geschäfte weder im Headquarter noch am Bildschirm gemacht.

KI mit Augenmaß

Wie viel Verantwortung Maschinen übernehmen können, diskutierten Esther Stehning von Atlatos und Christian Rosenbaum von Amadeus im Gespräch mit Dr. Oliver Rengelshausen. Beide sehen in KI ein Werkzeug, das Prozesse verbessern kann. Die Kontrolle müsse aber im Unternehmen bleiben, und der letzte Schritt gehöre immer dem Menschen. Wie stark und in welcher Form sie eingesetzt wird, unterscheide sich aber von Unternehmen zu Unternehmen. Beide betonten zudem, wie wichtig Datenschutz und IT-Sicherheit sind, um Angriffe abwehren zu können. Studierenden gaben sie mit auf den Weg, optimistisch zu bleiben, für ein Thema zu brennen und sich zu vernetzen.

Mentoring öffnet Türen

Wie ein Einstieg in die Branche gelingen kann, zeigte Master-Student Kerem Ay. Er berichtete gemeinsam mit Marijke Werschnik vom VDR über das Mentoring-Programm des Verbands. Es habe ihm Orientierung gegeben, viele Kontakte gebracht und auch bei potenziellen Arbeitgebern Türen geöffnet. Sein Rat lautet, offen zu bleiben und aktiv auf Chancen zuzugehen. Studium, praktische Erfahrung und Netzwerk seien die Erfolgsformel.

Zentral oder lokal

Am Nachmittag ging es um die Frage, wie viel Zentralisierung sinnvoll ist. Wolfgang Strasser von BCD Travel und Verena Funke vom Lufthansa City Center machten deutlich, dass die passende Struktur von der Kundschaft abhängt. Celine Lara Beier von der Eberspächer Group und Sandra Warneke von Adesso berichteten als VDR Young Professionals aus ihrer Praxis. Eine zentrale Steuerung schafft Transparenz und Einkaufsvorteile, regionale Lösungen passen dagegen besser zu den Bedingungen vor Ort. Gefragt sind deshalb Konzepte mit genug Spielraum für Flexibilität. Einig waren sich alle, dass die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg von Vertrauen lebt und es hilft, Kolleginnen und Kollegen vor Ort persönlich zu treffen.

Karriere im Mittelstand

Zum Abschluss stellten Markus Sahner und Alexander Schütt Karrierewege bei Enterprise Mobility vor, indem sie ihre eigenen Werdegänge und Erfahrungen mit den Studierenden teilten. 

Den Abschluss des Tages bildete das Gewinnspiel, bei dem Amadeus als Sponsor die Gewinne beigesteuert hat. Ein herzlicher Dank gilt außerdem den Sponsoren Atlatos, BCD Travel, Enterprise Mobility und Lufthansa City Center, die den Business Travel Day unterstützt haben.

Über die Veranstaltung berichtete die fvw in dem Artikel “Die spannendsten Thesen des Business Travel Day”