Fachhochschule Worms erstellt und erprobt erfolgreich E-Learning Module für den Einzelhandel

Flexibel lernen „Flexible Learning im Einzelhandel“ lautete der Titel der Fach- und Abschlusstagung, die frei nach Aristophanes unter dem Motto „Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen“ am 16. Juni 2010 in Berlin stattfand. Unter der Leitung und Koordination der Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e.V. (zbb) wurde das mit dreizehn Projektpartnern entwickelte Modell zur Förderung und Implementierung für „flexibles Lernen“ durch E-Learning-Module in der Aus- und Weiterbildung im Einzelhandel diskutiert. Als einer der beteiligten Projektpartner, präsentierte auch Prof. Mönch aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Fachhochschule Worms seine Ergebnisse der Pilotierungsphase. Vernetzung und Durchlässigkeit In seiner Begrüßung betonte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung und Durchlässigkeit zwischen beruflicher Ausbildung und Hochschulausbildung. Zugleich hob er hervor, dass der Einsatz von onlinegestützten Lehrszenarien keinesfalls als Sparmaßnahme im Lehrkörper missverstanden werden dürfe. Vielmehr gelte es, den Einzelhandel als nach wie vor größten Ausbilder Deutschlands zu fördern und durch Modernisierung weiterhin nachhaltig in die Berufe Kaufmann und Verkäufer zu investieren, die auf der Beliebtheitsskala nach wie vor die ersten beiden Plätze belegen.    Diana Bösch vom Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verd.i betonte ebenfalls die Bedeutung und die Attraktivität des Themas E-Learning in einer Zeit sich stark verändernder Formen der Berufsausbildung, in der sich Auszubildende und Arbeitnehmer ständig neuen Formen des Lernens stellen müssen. Der Lerner dürfe dabei mit seinen jeweils individuellen Lernprozessen allerdings nicht aus dem Blickfeld geraten.    Dem Impulsvortrag „Lernen können - Können lernen“ von Prof. Erpenbeck (Steinbeis Hochschule Berlin) folgte ein umfassender Überblick über den Projektstand durch die Projektleiterin Gabriele Lehmann von der zbb. Hier wurde sichtbar, wie anspruchsvoll und ambitioniert das Projekt „Flexible Learning“ ist. Lehmann betonte die große Herausforderung, den Bedarf sowie die Wünsche und Anforderungen der verschiedenen Partner zu verwirklichen und die vorrangigen Ziele einer Weiterentwicklung und breiten Implementierung der Onlinemodule in Angriff zu nehmen. Außerdem sind flankierende Maßnahmen für das Bildungspersonal ins Auge zu fassen, wenn das Projekt mit seinem innovativen Ansatz erfolgreich abgeschlossen werden soll. Hier wurde zugleich deutlich, dass aus Sicht aller beteiligten Partner die Fachtagung nicht nur als Abschluss, sondern gleichzeitig als Ausblick zur Fortführung des Projekts zur Förderung zeitgemäßer Ausbildung anzusehen ist. Kreative Medienkompetenz In der zweiten Tageshälfte kamen die einzelnen Projektpartner zu Wort, die einen Einblick in die praktische Umsetzung innerhalb ihrer jeweiligen Institutionen gaben. Die je unterschiedlichen Anforderungen wurden deutlich, als Olaf Stieper (METRO GROUP Düsseldorf), André Merkel (Bildungszentrum Handel und Dienstleistungen Thüringen GmbH) und Prof. Mönch (Fachhochschule Worms) die Ergebnisse der Erprobungsphasen ihrer Lernorte präsentierten. Das Spektrum der zu Qualifizierenden reicht von jungen Menschen ohne Schulabschluss bis hin zu Hochschulstudierenden. In allen Bereichen lässt sich gleichermaßen ein enormer Nutzen durch die Einbindung der erstellten Onlinemodule festmachen.    Lerner in berufsqualifizierenden Maßnahmen weisen demnach eine bemerkenswert hohe Medienkompetenz auf, die ihnen erleichtert, durch neue Formen der Präsentation Hemmungen in der aktiven Teilnahme am Unterricht abzubauen.    Studierende zeigen ebenfalls einen unbefangenen Umgang mit Onlinemodulen, sodass sich die entwickelte Software als willkommene Ergänzung zur Präsenzlehre erweist. Besonders gefördert wird dadurch die Selbstlernkompetenz, da die Studierenden, einem eigenen Zeitmanagement folgend, ihre Lerninhalte individuell oder im Team bearbeiten können. Hier konnten deutlich und überzeugend Vielfalt und Flexibilität im Einsatz der Module demonstriert werden, sowie die Tatsache, dass Lerner längst aktiv bereit sind, die technischen Möglichkeiten der Lehre im Sinn des „Blended Learning“ (Verknüpfung traditioneller Lehre mit zeitgemäßen E-Learning-Elementen) progressiv zu nutzen. Pädagogisch professionell Abschließend erläuterte Prof. Wilbers (Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen) das begleitende Ausbildungskonzept für das Bildungspersonal. Die Qualifizierungsmaßnahme zu „pädagogischen Professionals“ ist in diesem Zusammenhang ein weiteres unentbehrliches Element, da ohne motivierte Lehrende auch das beste Konzept nicht überzeugen kann. Hier kamen die Teilnehmer der Qualifizierungsmaßnahme selbst zu Wort. Die Motivation und Unterstützung der Lehrenden erweist sich dann als erfolgreich, wenn eine ideale Kombination aus Theorie und Praxis in Didaktik und technischer Schulung die Teilnehmer in die Lage versetzt, in Eigeninitiative eine Vielzahl von „Tools“ in die Lehre einzubinden, ohne dabei auf die notwendige Vorbildfunktion des Lehrenden zu verzichten.    Von allen Projektpartnern wurden der nachhaltige Ausbau des Projekts, sowie die Erweiterung der gemeinsamen Datenbank und die Bereitstellung einer Kommunikationsplattform ausdrücklich als notwendig beschrieben, weshalb zu wünschen ist, dass dem Projekt auch in Zukunft die nötigen Mittel zur Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt werden. Informationen unter: http://www.flexible-learning.de dhd-fhworms