Künstliche Intelligenz für kommunale Investitionen: Hochschule Worms unterstützt Städte und Gemeinden bei der Energiewende
Kommunen bei komplexen Investitionsentscheidungen entlasten und die Energiewende vor Ort strategisch unterstützen: Die neue Transferprofessur „Strategische Kommunalinvestitionen mit KI“ setzt auf Künstliche Intelligenz, kommunales Controlling und anwendungsorientierten Wissenstransfer.
Die Energiewende stellt Städte und Gemeinden vor große finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Besonders kleinere Kommunen verfügen häufig nicht über die Kapazitäten und Instrumente, um komplexe Investitionsentscheidungen verlässlich vorzubereiten. Genau hier setzt das Projekt von Prof. Dr. Mario Stoffels, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Hochschule Worms, an.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des sogenannten SKI-Core: einer KI-gestützten Kerntechnologie, die bestehende Controlling-, GIS- und ERP-Systeme miteinander verbindet. Sie soll Kommunen dabei unterstützen, unterschiedliche Datenquellen zu harmonisieren, Investitionsstrategien zu modellieren und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu erstellen.
Ein besonderer Mehrwert liegt in der automatisierten Erstellung praxisnaher Unterlagen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz können unter anderem Strategiepapiere, Gremien- und Sitzungsvorlagen sowie Kredit- und Fördermittelanträge vorbereitet werden. So sollen kommunale Verwaltungen entlastet und Investitionsprozesse beschleunigt werden.
Wissenschaftlich verbindet das Projekt Fragen der Datenharmonisierung, Transformationsmodellierung, Finanzierung und Governance. Ziel ist es, nicht nur Szenarien sichtbar zu machen, sondern robuste Strategien unter realen Rahmenbedingungen wie Förderregeln, Haushaltsrestriktionen und Kreditwürdigkeit zu entwickeln.
Prof. Dr. Stoffels bringt hierfür umfassende Erfahrung aus mehr als 20 Transfer- und Drittmittelprojekten in der Kommunalwirtschaft ein. Eingebunden sind unter anderem internationale Softwarepartner sowie deutsche Pilotkommunen und Stadtwerke, darunter EWR Worms, die Kreiswerke Barnim sowie die Ämter Ortrand und Ruhland.
„Das Projekt steigert die bundesweite Sichtbarkeit unserer anwendungsorientierten Forschung enorm“, erklärt Prof. Dr. Stoffels. „Zugleich fließen die gewonnenen Daten und Erfahrungen direkt in die Weiterentwicklung des Studiengangs Master Kommunalwirtschaft ein.“ Langfristig soll aus dem zweijährigen Vorhaben ein Software-Prototyp entstehen, der auch in eine dauerhafte Organisationsstruktur, etwa in Form einer Ausgründung, überführt werden kann.
Gefördert wird diese zukunftsweisende Transferprofessur vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des „FH-Personal“-Projekts „Prof.In Worms“.
